Retrospektive

"Kunst Entflammt"
von Königen und neuen Kleidern

 

Presse:

Entflammter "Triumphbogen" als Blickfang

2. Frankenthaler Kunst- und Kulturnacht sorgt für Leben in der Innenstadt - Museum und Stadtbücherei stark frequentiert

Da behaupte noch einer, in Frankenthal würden spätestens um 22 Uhr die Bordsteine hochgeklappt. Nicht so am Freitag, als auch zur vorgerückten Stunde die Innenstadt noch voller Leben war. Zwar konnte sich die 2. Kunst- und Kulturnacht, die an mehr als einem Dutzend verschiedener Veranstaltungsorte mit rund 30 Aktivitäten aufwartete, nicht ganz mit dem nächtlichen Treiben des Strohhutfestes messen, doch übertraf die Publikumsresonanz - auch dank der milden Temperaturen - über weitere Strecken die kühnsten Erwartungen

Endlich, um 21.30 Uhr steht der hölzerne Triumphbogen des österreichischen Künstlers Franz Gyolcs in Flammen und wird zum Blickfang. Etwa 150 Schaulustige können gar nicht genug kriegen von diesem spektakulären, von den Treidlern inszenierten Schauspiel.

Nicht jedem freilich erschließt sich auf Anhieb die Sinnhaftigkeit dieses Spiels mit dem Feuer. Erst wird mit Brennspiritus etwas nachgeholfen, gegen ein zu starkes Entflammen des Kunstwerkes hilft dann das in kleinen blauen Eimern bereitstehende Löschwasser. Da gibt es wiederholt Beifall auf offener Szene - auch für den gepflegten Jazz des Regina Litvinova-Trios mit Christian Scheuber.


Die beiden Tore wurden illuminiert. Foto: Bolte

Auszug aus der Pressmitteilung von RON Mitarbeiter: Alois Ecker

RON - RHEINPFALZ ONLINE, Montag, 26. Mai , 03:45 Uhr

 

Entflammt


in der langen Kulturnacht Frankenthal - Freitag, den 23. Mai 2003, 20:00 Uhr,

Treidler präsentierten Gyolcs und Klauser

"Kunst entflammt - von Königen und neuen Kleidern", die neue Ausstellung der Treidler Frankenthal, zeigt Skulpturen und Bilder von Franz Gyolcs, Österreich, und Installation und Video von Ingrid H. Klauser, Italien.

Eröffnet wird die Ausstellung morgen, 20 Uhr, im Treidler-Gewölbe in der Mörscher Straße 1 in Frankenthal. In die Ausstellung führt Dietmar Schuth ein, Kurator des Kunstvereins Worms, Regina Litvinova musiziert. Geöffnet ist die Schau bis 8. Juni, Donnerstag und Samstag von 16 bis 18 Uhr, Sonntag von 11 bis 13 Uhr.

Im Anschluss findet morgen in der Graubner-Anlage am Wormser Tor eine Performance statt. "Kunst entflammt" heißt der außergewöhnliche Beitrag des Kunstvereins zur Frankenthaler Kulturnacht. Franz Gyolcs wird eine vorher von ihm an Ort und Stelle errichtete Figur aus Holzlatten abfackeln, durch Brand schwärzen. Von zirka 21 Uhr an wird dazu Jazz vom Regina Litvinova-Trio mit dem Schlagzeuger Christian Scheuber zu hören sein. Ausstellung und Performance werden durch das Landesministerium für Wissenschaft und Kultur gefördert. Dies versteht der Vorstand des Kunstvereins als Anerkennung und Würdigung seiner Arbeit.

Gyolcs ist vertreten mit überlebensgroßen Königen aus Pappelholz, deren einziges Bekleidungsstück eine Krone ist. In seiner Heimat ist Gyolcs auch hervorgetreten als einer der Initiatoren der "Brücke von Andau", eines Bildhauersymposiums zum Thema Flucht und Vertreibung.

Ingrid H. Klauser zeigt ihre Arbeit "Hüllen". Sie ist durch öffentliche Installationen hervorgetreten, durch Video-Installationen und mit Performances mit Literatinnen. 1991 präsentierte sie "Des Kaisers neue Kleider": überlang, aus Draht, Schnur, Leder gestrickt. Mit diesen Arbeiten hat sie das Interesse des Kunstvereins geweckt. Die Künstler wurden durch die Treidler zusammengebracht und stellen erstmals gemeinsam aus. (rhp)


 

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